Vita – chronologisch

Yesche U. Regel

… 1957 zu Köln am Rhein geboren. Aufgewachsen in K-Lindenthal und Pulheim bei Köln. 1976 Abitur am neusprachlichen Gymnasium Köln-Chorweiler.

… begegnete im Alter von 19 Jahren in Westberlin dem Buddhismus und nahm im Dezember 1977 die buddhistische Zuflucht während eines Aufenthalts im Tibetischen Zentrum von Samye Ling in Schottland. Sein Zufluchts-Lama war der legendäre 16. Gyalwa Karmapa, Rangjung Rigpe Dorje. Von Winter 1978 bis Frühjahr 1980 wurde er dann sofort mit der Betreuung des tibetisch-buddhistischen Meditationsraums “Karma Tengyal Ling” in Westberlin beauftragt und hatte in dieser Zeit viele Erstbegegnungen mit tibetischen Rinpoches und Mönchs-Lamas, bis er sich selbst entschloss buddhistischer Mönch zu werden.

… war von 1980-1997, also über 16 Jahre lang, ordinierter Mönch der tibetisch-buddhistischen Karma-Kagyü-Tradition und Schüler tibetischer Lamas, vor allem von Khenchen Thrangu Rinpoche und Lama Gendün Rinpoche. Er wurde am 3. August 1980 vom 16. Gyalwa Karmapa im Karma Triyana Dharmachakra in Woodstock, New York State, ordiniert (Shramera-Ordination) und erhielt den Mönchs-Namen “Karma Yesche Tharchin”.

… war als junger Mönch Mitbegründer und erster geschäftsführender Sekretär des Kamalashila Instituts auf Schloss Wachendorf bei Euskirchen (ab Oktober 1981) und des Retreat-Zentrums Halscheid (1985/86) im Windecker Ländchen. In dieser Zeit Begegnung mit vielen eminenten tibetischen Lamas, die das Kamalashila besuchten, anderswo in Europa und u.a. auf 3 Indienreisen.

.. war von 1984-1986 2. und somit aktiver Vorsitzender der “Tibetisch-Buddhistischen Religionsgemeinschaft Karma-Kagyü-Verein e.V.”  unter der spirituellen Leitung von Shamar Rinpoche und neben dem 1. Vorsitzenden Jigme-la Rinpoche. In dieser Zeit u.a. Erwerb des Retreat-Zentrums in Windeck-Halscheid (ehem. Schullandheim) und Empfang der ersten Resident-Lamas im Kamalashila Institut.

… Höhepunkte seiner Tätigkeit in Schloss Wachendorf waren u.a. der Empfang S.H. des Dalai Lama 1982, längere Mahayana-Studiengänge mit Khenpo Tsültrim Gyamtso Rinpoche, die Organisation einer großen Kalachakra-Enweihung mit dem Ehrw. Kalu Rinpoche 1984, der Empfang aller 4 Regenten der Karma-Kagyü-Tradition auf Schloss Wachendorf (Sharmapa, Tai Situpa, Jamgon Kongtrul und Gyaltsab Rinpoche) sowie die Organisation eines großen Zyklus von 35 Vajrayana-Einweihungen, dem Tschig Tsche Kün Dröl, mit dem Ehrw. Tenga Rinpoche 1986.

… in dieser Zeit auch eingeschriebener Student an der Universität Bonn, vor allem mit Interesse an den Fächern Tibetologie (am Zentralasien-Seminar), Indologie und Religionswissenschaften.

… sorgte dafür, dass ab ca. 1985 Tagungen und Mitgliederversammlungen der Deutschen Buddhistsichen Union regelmäßig im Kamalashila Institut auf Schloss Wachendorf stattfanden und nahm seitdem häufig an DBU-Versammlungen usw. teil.

… nahm von November 1986 bis März 1990 an einer traditionellen Drei-Jahres-Klausur im Retreat-Zentrum Halscheid unter der Leitung von Lama Gendün Rinpoche in einer selbst-organisierten Gruppe von 18 Männern und Frauen teil: ca. 1.200 Tage ohne das Haus zu verlassen, mit ca. 12-14 Stunden Meditationspraxis am Tag, mit den Praxis-Inhalten: Ngöndro (Vorbereitende Mahamudra-Übungen), Lodjong-Geistestraining (inkl. Tonglen-Praxis), Shamatha-Vipashyana-Praxis nach der Kamtsang-Mahamudra-Tradition, ein-jährige Yidam-Praxis, ein-jährige Praxis der Sechs Yogas des Naropa, drei-monatige Weiße Tara-Praxis usw.

… erhielt von Ehrw. Lama Gendün Rinpoche im Februar 1991 die volle Mönchs-Ordination eines Gelong/Bhikkshu und die Autorisation zur Weitergabe der “Zuflucht zu den Drei Juwelen”.

… leitete das Retreat-Zentrum in Halscheid als “Resident-Lama” von März 1991 bis Dezember 1995 und war zur selben Zeit auch Mitglied der monastischen Kommunität des Klosters von Le Bost in der französischen Auvergne, in dem ihm Gendün Rinpoche ein Zimmer zuwies.

… besitzt eigene Unterrichts-Erfahrung seit ca. 1991 – nach dem Ende seiner Drei-Jahres-Klausur (1986-1990) im Retreat-Zentrum Windeck-Halscheid. (Kurse zu den Grundlagen des Buddhismus gab er bereits ab 1982 an der VHS Köln Neumarkt.)

… war im März 1994 als buddhistischer Mönch der einzige deutsche Teilnehmer auf einer Konferenz für westliche buddhistische Lehrer mit S.H., dem Dalai Lama in dessen Residenz in Daramsala, Indien, und besucht seither immer wieder solche Treffen, wenn sie in Europa stattfinden.

… wurde 1995 in Plum Village vom Ehrw. Thich Nhat Hanh persönlich eingeladen noch als buddhistischer Mönch einer tibetischen Tradition Mitglied des Intersein-Ordens zu werden und erhielt von diesem den Namen “True Land of Understanding”.

… ist seit 1996 freiberuflicher Seminarleiter für buddhistische Meditations- und Studien-Kurse.

… mit den Spezialgebieten: Achtsamkeit, Geistesruhe- und Mitgefühls-Meditationen, Tonglen-Meditation (Aussenden und Annehmen mit dem Atem) und Grundbegriffe des Buddhismus.

… lebte von Winter 1995/96 bis Januar 2000 in Staufen bei Freiburg in Breisgau, im Haus der Witwe des deutschen Literaten Erhart Kästner, von wo aus er seine intensive Reisetätigkeit begann, regelmäßig an der “Freiburger Yoga Schule” unterrichtete und dort einen lebensnahen Lehrstil in Abendkursen und Wochenend-Kursen und -Retreats entwickelte.

… leitete seitdem etwa 30-40 Wochenendkurse und Retreats pro Jahr im ganzen deutschen Sprachraum (… selten und gerne anderswo in englischer Sprache).

… zog im Januar 2000 in die östliche Vulkaneifel, wo er seitdem lebt, zuerst in der Nähe des “Waldhaus am Laacher See”, wo er seine spätere Frau Angelika kennen lernte, und seit 2002 in der Nähe des 2. Kamalashila Instituts, das sich seit Sommer 1999 in Langenfeld bei Mayen/Eifel befindet. Hier ist er seitdem, wie schon in den 90er Jahren auf Schloss Wachendorf, als “Lama” regelmäßiger Lehrender und Kursleiter in diversen Fachbereichen, u.a. zur Philosophie und Meditation des Buddhismus (Achtfacher Pfad des Buddha, Paramita-Training, Drei Fahrzeuge…), buddhistisch inspirierte Sterbebegleitung (Spritual Care) und, in jüngeren Jahren, im Jahresprogramm “Achtsamkeit, (Selbst-) Mitgefühl und ihre Wurzeln im Buddhismus und “Buddhismus und Psychotherapie”.

… ist seit 2004 mit Angelika Wild-Regel verheiratet.

… gründete 2005 zusammen mit Angelika in Bonn-Poppelsdorf den Praxisraum für Achtsamkeit, Meditation und Stressbewältigung und das traditionsübergreifende buddhistische “Paramita-Projekt”, das seit 2015  “PARAMITA BONN” genannt wird. Der Raum wurde 2007 durch den Ehrw. Tenga Rinpoche und eine besondere Buddha-Statue eingeweiht und 2015 erweitert und durch einen Besuch des 17. Karmapa Urgyen Trinley Dorje gesegnet, der die von S.H., dem Dalai Lama anerkannte Wiedergeburt des 16. Karmapa ist, der auch Yesche’s Zufluchts-Lama und Ordinations-Meister war.

… nahm beim DAF, Deutsches Ausbildungs-Institut für Focusing… , in Würzburg, 7 Jahre lange an Fortbildungen zur Focusing-Methode nach E. Gendlin teil (ca. 26 x 5-Tages Seminar)

… und bei Arbor-Seminare im eigenen Praxisraum in Bonn an der zwei-jährigen Ausbildung zum MBSR-Lehrer, unterrichtet für Arbor-Seminare u.a. Achtsamkeitslehrer-Ausbildungsprogramme Module zu den “buddhistischen Grundlagen der Achtsamkeitspraxis”.

… war als “Achtsamkeits-Lehrer” an 4 jeweils 10-wöchigen Projekten zum Thema “Achtsamkeit, Selbstfürsorge und Mitgefühl” in großen Kliniken beteiligt, von denen 3 von Prof. Stefan Schmidt von der Universität Freiburg i.Br. wissenschaftlich begleitet wurden: in der Palliativstation des Malteser Krankenhaus Bonn, in der ehem. Tumorbiologie Freiburg i.Br. und in der Palliativstation des Uniklinikums Düsseldorf.

… ist u.a. bereit buddhistische Beisetzungen zu begleiten, wozu es bislang ca. 12x kam.

… 2016 erschien sein erstes Buch: “Tonglen-Praxis – Meditationen zur Entwicklung von Mitgefühl” mit CD im Verlag Nymphenburger (München/Stuttgart), in der 2. Auflage umbenannt in “Mitgefühl für sich, andere und die Welt”

… feierte 2017 seinen 60. Geburtstag und das 40-jährige Jubiläum seiner Begegnung mit dem Buddhismus.

… 2020 erschien sein zweites Buch “Selbstmitgefühl durch Tonglen”.

… besuchte zusammen mit Angelika als Mitglied einer Reisegrupe von “Neue Wege” (mit Dr. Wilfried Reuter) zur Zeit des Ausbruchs der Corona-Pandemie” im März 2020 die heiligen Stätten des Buddhismus in Indien: den Bodhi Baum und Mahabodhi-Tempel in Bodh Gaya, den Geierberg bei Rajgir, die Ruinen von Nalanda und den Gazellen-Hain von Sarnath.

… hat diverse Artikel für Zeitschriften verfasst, vor allem für “Buddhismus Aktuell”, “Intersein”, “Ursache und Wirkung”, “Tibet und Buddhismus” u.a.

… und war häufig Dozent im Studienprogramm der Deutschen Buddhistischen Union.

Yesche sagt über sein Leben:

“Seit Winter 1978 habe ich fast nichts anderes getan als buddhistische Meditations- und Studienkurse zu organsieren und durchzuführen. Aus meinen eigenen Interessen, Fragestellungen, Begegnungen und Erfahrungen ist so eine kommunikative und die Gesellschaft integrierte Lebensaufgabe und Arbeit geworden.”

… und: “Ich bin offen für neue und wiederholte Einladungen, auch wenn mein Kalender oft schon über ein Jahr im voraus gut gefüllt ist und ich mir als älter werdender Mensch versuche Freiräume für Ungeplantes und Unerwartetes offen zu halten. Mit 63 werde ich allerdings auch auswählen, welche Aufgaben und Projekte mir wichtig erscheinen…”

… und: “So voll und reich dieser Lebenslauf erscheinen mag, so war er einerseits auch ziemlich geradlinig und doch andererseits nicht ohne Umbrüche – Enttäuschungen, Desillusionierungen und Neuanfänge. So bin ich kein Meister in irgendeiner Disziplin geworden, habe aber doch vieles im Rahmen der Übertragung des Buddhismus in den Westen mitbekommen und kann meine Arbeit aus der Vielfalt dieser Erfahrungen schöpfen. Meine Tätigkeit beruht nicht auf einer Fortbildung, an der ich für eine bestimmte Zeit teilgenommen hätte, sondern war und ist ein fortwährender Prozess im Kontakt mit vielen Menschen, Lehrenden, Kursteilnehmer*innen, Meditationszentren und Seminarhäusern.

Dabei hinterließen die alten großen Meister des Tibetischen Buddhismus, die noch ihr Training in der tibetischen Kultur vor 1959 erhalten hatten und denen ich in den Jahren seit 1977 begegnen konnte, den tiefsten Eindruck in meinem Geist und Herzen. Ohne Dankbarkeit für diese, könnte ich gar nichts unterrichten oder weitergeben, und es sind sowieso nur Tropfen aus dem großen Ozean des Buddhadharma, an die ich mich noch erinnern kann.”

… “und natürlich war ich an allen diesen Lebensstationen nicht alleine, sondern habe diese Phasen und Schritte immer gemeinsam mit anderen vollzogen, wunderbare Zusammenarbeit mit anderen erlebt und so gebe ich auch Kurse und Retreats gerne gemeinsam mit anderen Unterrichtenden, nicht zuletzt mit meiner Ehefrau und Lebenspartnerin Angelika Wild-Regel.”